Wir haben für Sie einen Überblick über die wichtigsten Trends in der EAC Zertifizierung in der Eurasischen Union vorbereitet.
Überarbeitung technischer Regelwerke und Normen
Für 2026 wird eine Überarbeitung und Aktualisierung mehrerer technischer Vorschriften der EAWU erwartet, einschließlich Änderungen der Anforderungen an die Produktsicherheit sowie Anpassungen der typischen Konformitätsbewertungsverfahren.
Zwei neue Regelwerke sollen in Kraft treten:
- TR EAWU 047/2018 Über die Sicherheit von alkoholischen Getränken - ab dem 1. Juli 2026
- R EAWU 041/2017 Über die Chemikaliensicherheit - voraussichtlich Ende des Jahres (die Fristen können sich noch nach hinten verschieben)
Es ist auch eine Anpassung der technischen Vorschriften geplant:
- TR ZU 017/2011 Über die Sicherheit von Produkten der Leichtindustrie
- TR ZU 032/2013 Über die Sicherheit von Druckgeräten
- TR EAWU 038/2016 Über die Sicherheit von Attraktionen
Es werden auch GOST Normen in manchen Regelwerken aktualisiert:
- TR ZU 004/2011 Über die Sicherheit von Niederspannungsanlagen
- TR ZU 020/2011 Über die elektromagnetische Verträglichkeit
Verstärkung der Kontrolle über EAC Deklarationen und EAC Zertifikate
Ein wichtiger Trend ist nach wie vor die Verstärkung des Kontrolle seitens der Regulierungsbehörden über die ausgestellten EAC Deklarationen und EAC Zertifikate.
In Russland traten Ende November 2025 Änderungen in Kraft, die es ermöglichen, Zertifikate und Deklaration, die in anderen Mitgliedstaaten der EAWU ausgestellt wurden, auszusetzen oder zu annullieren, wenn Verstöße festgestellt werden oder bestätigende Prüfungen fehlen.
Die Rosakkreditierung arbeitet aktiv daran, die Sicherheit der auf den russischen Markt gelieferten Waren zu gewährleisten. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Konformitätsdokumenten, die in anderen Mitgliedstaaten des Zollbundes ausgestellt wurden.
Die Analyse hat ergeben, dass etwa ein Drittel der registrierten Dokumente Anzeichen von Verstößen aufweist. Die typischen Verstöße sind mit der Verwendung vonungültigen Prüprotokolle verbunden:
- Verwendung alter Prüfprotokolle, die zuvor für andere Produkte angewendet wurden;
- Einsatz gefälschter oder ungültiger Protokolle von unbekannten Laboren;
- Manipulation von Angaben zum Produkt oder Produkttyp;
- erneute Ausstellung von Dokumenten für Produkte, deren Prüfung als fehlerhaft oder ungültig anerkannt wurde.
Neue Regelungen für die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten
Im Jahr 2026 soll ein neuer Mechanismus für die Zusammenarbeit der Überwachungs- und Zertifizierungsstellen der EAWU eingeführt werden. Ziel ist es, die Mitgliedstaaten über festgestellte unsichere Produkte über ein gemeinsames, geschlossenes Register zu informieren. Dies wird helfen, gefälschte oder unzutreffende Zertifikate und Konformitätserklärungen in der gesamten Union schnell zu sperren.
Fortsetzung der Digitalisierung und Modernisierung von Prozessen
Die Regulierungsbehörden setzen ihren Kurs auf die Digitalisierung der Verwaltung von Dokumenten fort, um die Transparenz und Nachverfolgbarkeit von Zertifizierungsverfahren zu erhöhen. Der Übergang zu elektronischen Dokumenten und digitaler Kontrolle ist einer der wichtigsten Trends für 2026. Darüber hinaus, es soll mehr Zusammenarbeit und Austausch von Informationen zwischen Regulierungsbehörden, verschiedenen Ministerien und Zoll geben. Das alles soll zu noch mehr Transparenz führen und den Markt von qualitativ minderwertigen Produkten schützen.
Produktkennzeichnung im „Chestny Znak“-System wird erweitert
Die Weiterentwicklung der Produktkennzeichnung im „Chestny Znak“-System schreitet kontinuierlich voran. Ziel des Systems ist es, die Rückverfolgbarkeit von Waren zu verbessern, Fälschungen zu verhindern und die Transparenz auf dem russischen Markt zu erhöhen. Hersteller und Händler werden schrittweise in die erweiterten Anforderungen eingebunden, um die Sicherheit und Qualität der Produkte für Verbraucher zu gewährleisten.
Bereits ab 1. Januar 2026 gelten die bestehenden und verschärften Anforderungen für:
- Bekleidung und Textilien – mit Verbot des Verkaufs von unmarkierten Restbeständen und schrittweiser Einführung der Einzelstückkennzeichnung.
Ab 2026 wird die verpflichtende Kennzeichnung schrittweise auf folgende Produktgruppen ausgeweitet:
- Süßwaren und Backwaren – Kekse, Waffeln, Schokolade usw.
- Auflösbare und aufbrühbare Getränke – Tee, Kaffee, Zichorie usw.
- Baumaterialien – Einzelstückkennzeichnung ab Mitte/Ende 2026
- Hygieneartikel – z. B. Rasierer, mit schrittweisem Übergang zur Pflichtkennzeichnung und Scannen der Produkte
- Kinderprodukte (Spielzeug) – Kennzeichnung von Restbeständen bis August, Verbot unmarkierter Produkte ab September 2026
- Tiernahrung – Einzelstückkennzeichnung ab Dezember 2026
- Auto-Flüssigkeiten und Schmierstoffe – schrittweise Kennzeichnung ab April 2026
- Kaviar (Stör- und Lachsprodukte) – Einzelstückkennzeichnung ab Juni 2026
Fortlaufende und erweiterte Verpflichtungen:
Neben den neuen Kategorien bleibt die Kennzeichnungspflicht bestehen bzw. wird erweitert für:
- Getränke (einschließlich alkoholfreier Getränke, Bier und Schwachalkoholika), Milchprodukte, Lebensmittelkonserven
- Polymer- und Bauprodukte
- traditionell gekennzeichnete Kategorien wie Medikamente, Tabak, Kosmetik, Haushaltschemie, Autoersatzteile usw.
Wichtig: Die Einführung erfolgt stufenweise, mit unterschiedlichen Startdaten je nach Produktgruppe. Für jede Ware muss der konkrete Zeitpunkt der Pflichtkennzeichnung überprüft werden.
Wir halten Sie weiterhin auf dem Laufenden.
Wie können wir helfen?
In diesem sich schnell verändernden regulatorischen Umfeld bietet Schmidt & Schmidt umfassende Unterstützung für Exporteure in die EAWU-Länder. Unser Leistungsportfolio umfasst die EAC-Zertifizierung, die Anpassung an bestimmte Produktkategorien und maßgeschneiderte Lösungen zur Erfüllung der technischen und rechtlichen Anforderungen dieser Märkte. Wir sind bestrebt, Unternehmen den Einstieg und die Expansion in diesen Regionen zu erleichtern, indem wir die aktuellsten Informationen und Richtlinien bereitstellen.
Technische Fachkompetenz, Sorgfalt und Genauigkeit bei der Erstellung von Dokumenten sind die Voraussetzung für den problemlosen Vertrieb und Einsatz von Produkten, Maschinen oder Anlagen im EAWU-Gebiet. Die technische Dokumentation muss außerdem in russischer Sprache oder in der Amtssprache des jeweiligen Mitgliedslandes verfasst sein, in dem das Produkt verkauft oder verwendet werden soll.
Um etwaige Probleme zu vermeiden, unterstützen wir Sie gerne bei der Erstellung neuer technischen Unterlagen oder überprüfen bestehende Dokumente auf Vollständigkeit sowie sprachliche und terminologische Korrektheit auf Russisch.
Dank ihrer langjährigen Erfahrung können unsere Experten Ihnen auch spezifisches Branchenwissen aus den Bereichen Anlagenbau, Maschinenbau, Metallbau, Messtechnik, Elektrotechnik, Automatisierungstechnik, Medizintechnik, Lebensmitteltechnik und Möbelindustrie vermitteln.
Was ist eine EAC-Zertifizierung?
In unserem Video erzählen wir, was eine EAC-Zertifizierung ist, wie und wo Sie Ihre Produkte für das Inverkehrbringen in die EAWU zertifizieren oder deklarieren können.
Die EAC-Zertifizierung und die EAC-Deklarierung sind komplexe Verfahren, welche die Konformität ihrer Produktion mit den geltenden technischen Regelwerken bestätigen und viel Fachwissen erfordern. Schmidt & Schmidt bietet Ihnen Unterstützung bei der Zertifizierung für den Markt der Eurasischen Wirtschaftsunion an.