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Die Rubelabwertung wirkt stärker auf den Markt als die Sanktionen

 Rubelabwertung wirkt stärker auf den Markt als die Sanktionen

Laut dem Bericht "Lebensmittel-Embargo: die Ergebnisse des Jahres 2015", der von der Analytischen Zentrum der Regierung der Russische Föderation vorbereitet wurde, hat die Rubelabwertung eine wesentlich stärkere negative Auswirkungen auf den russischen Lebensmittelmarkt, als das Lebensmittel-Embargo, das als Vergeltung für westliche Sanktionen eingeführt wurde.

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Abwertung des Rubels und der Rückgang des Realeinkommens der russische Bürger die Attraktivität der importierten Waren für den russischen Verbrauchern stark reduzierte und wirkte dadurch stark und negativ auf den gesamten Markt. Der Einfluss des Lebensmittel-Embargos war dabei relativ gering.

Die Experten analysierten die Dynamik der Importe in Russland von Grundnahrungsmitteln, die unter dem Embargo betroffen sind, die Veränderung der Struktur der Exportländer, die Substituierung von Nahrungsmittelimporte durch die eigene Produktion, die Veränderung der Position der Großhändler auf dem russischen Lebensmittelmarkt, und die Auswirkungen des Embargos auf die Exportländer.

Die Einführung des Lebensmittelembargos führte zu einer Veränderung der Positionen der bestehenden Akteure auf dem Markt. Einige ausländische Händler haben den Mark verlassen oder reduzierten ihren Marktanteil. Es gab eine Konsolidierung auf dem Fleisch- und Fischmarkt, es entstanden einige neue kleine ausländische Importeure, wie zum Beispiel auf dem Käsemarkt und es gab eine Wachstum der Anteil der Eigenmarken den russischen Handelsketten.

Die Experten stellen fest, dass die Qualität der Verbrauchsgüter gesunken ist, vor allem durch den Rückgang der Realeinkommen, die Verbraucher entscheiden sich öfter für den Kauf von billigeren oder sogar gefälschten Produkten. In der Struktur der Ausgaben der Bevölkerung nahm der Anteil der Nahrungsmittelausgaben stark zu.

Zugleich konnte Russland die Nahrungsmittelimporte aus den Ländern, gegen die Russland Vergeltungssanktionen verhängt hat, nicht vollständig ersetzen.

Dem Bericht zufolge -"Zum größten Teil der Produktkategorien findet keine Substituierung statt, die Produkte werden weder durch die eigene Produktion noch durch Importe aus Drittländer ersetzt“.

Die Märkte haben sich bereits auf die aktuelle Situation auf verschiedene Weise angepasst: Der Fleischmarkt – durch der Wachstum der heimischen Produktion, der Fischmarkt - vor allem durch den Rückgang des Fischkonsums zugunsten von Fleisch, sowie durch die Umverteilung des Marktes zugunsten anderer Exportländer und Wachstum der inländische Produktion. Der Markt von Milchprodukten – durch den Wachstum der heimischen Produktion und der Verstärkung der Position von weißrussischen Produzenten, Obst- und Gemüsemarkt - durch das Wachstum in nicht-industriellen Produktionen in eigenem Garten und teilweise durch Umstellung auf die anderen ausländischen Anbieter.

Im Bericht wird eingeschätzt, dass die Einführung des russischen Embargos für die Lebensmittelexporte aus der EU und den Vereinigten Staaten die Kosten i.H.v. $ 9,3 Milliarden für die Exportländer verursachte. Die größte Auswirkung hatte die erste Welle des Embargos im August 2014. Vom Verbot wurden damals die Importe i.H.v. $ 9,1 Milliarden betroffen.

Erweiterung des Embargos im Jahr 2015 auf Island, Albanien, Montenegro und Liechtenstein ergriff zusätzlich $ 241Million.

Am 7. August 2014 verhängte Russland, als Reaktion auf die Entscheidung der Europäischen Union, Lebensmittel-Embargo für ein Jahr - das Verbot von Nahrungsmittelimporte aus Europa, den USA und anderen Ländern, die Sanktionen gegen Russland unterstützen. Unter Embargo fallen Obst, Gemüse, Fisch, Milch und Milchprodukte, Schweinefleisch, Rindfleisch und Geflügel. Am 13. August 2015 verlängerte die russische Regierung das Embargo und erweiterte gegen die Länder, die anti-russische Sanktionen unterstützen: Montenegro, Albanien, Island, Liechtenstein, ab dem 30. November 2015 gegen der Türkei und ab 1. Januar 2016 – die Ukraine.

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Bild des Benutzers Andrej Schmidt
Geschäftsführender Partner, Leiter des Marketings und Vertriebs