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Ansprechpartner

Marina Weger

Marina Weger

Senior Consultant
+49 851 226 083 3
marina.weger@schmidt-export.de

Inhaltsverzeichnis

  1. Zusammenfassung: Brandschutzzertifizierung und Brandschutznachweise in der EAWU und Russland
  2. Brandschutzanforderungen in der EAWU und Russland im Überblick
  3. 1. EAWU-weites Regelwerk: TR EAWU 043/2017
  4. Spezielle Produktgruppen im Brandschutz: Technische Besonderheiten
  5. 2. Nationaler Brandschutznachweis in Russland (123-FZ)
  6. Klassifizierung von Baustoffen nach Brandeigenschaften (KM-Klassen)
  7. Ablauf des Verfahrens zur Brandschutzbestätigung (Schritt-für-Schritt)
  8. Prüfverfahren und Probenahme in akkreditierten Laboren
  9. Erforderliche Dokumentation für die Antragstellung
  10. Bevollmächtigter Vertreter in der EAWU
  11. EU- und US-Sanktions-Compliance bei Brandschutzausrüstung
  12. Dauer, Gültigkeit und Zustellung der Unterlagen

Zusammenfassung: Brandschutzzertifizierung und Brandschutznachweise in der EAWU und Russland

  • Zweistufiges Regulierungssystem:
    • EAWU-weit verbindlich: Technisches Regelwerk TR EAWU 043/2017 „Über die Anforderungen an Mittel zum Brandschutz und Feuerlöschanlagen“ für aktive Brandbekämpfungsmittel, Feuerlöschtechnik, Brandschutzautomatisierung, Brandschutztüren, Kabelabschottungen und persönliche Schutzausrüstung für Feuerwehrleute.
    • National in der Russischen Föderation: Föderales Gesetz Nr. 123-FZ (gemäß Regierungsverfügung Nr. 3646-r) für passive Baustoffe, Bodenbeläge, Dämmstoffe, Wandverkleidungen und spezifische feuerbeständige Kabelprodukte.
  • Konformitätsformen nach TR EAWU 043/2017: EAC-Zertifizierung (Schemata 1c, 3c, 4c) für hochriskante Ausrüstung oder EAC-Deklarierung (Schemata 3d, 4d, 6d). Gemäß Punkt 109 kann eine Deklaration auf Wunsch des Antragstellers rechtssicher durch ein EAC-Zertifikat ersetzt werden.
  • Nationale Nachweise in Russland (123-FZ): Brandschutzzertifikat auf offiziellem Wertpapier-Vordruck oder Brandschutzdeklaration auf Grundlage akkreditierter Brandprüfungen.
  • Prüfparameter im Labor: Feuerwiderstandsklassen (E, I, S), Brennbarkeit (G), Entflammbarkeit (W), Rauchentwicklung (D), Toxizität der Verbrennungsprodukte (T) und Flammenausbreitung (RP).
  • Bevollmächtigter Vertreter: Ausländische Hersteller ohne Sitz in der EAWU müssen zwingend einen im EAWU-Zollgebiet ansässigen Bevollmächtigten Vertreter bestellen.
  • Sanktions-Compliance: Schmidt & Schmidt sichert die gesetzeskonforme Zertifizierung über unsere Niederlassungen in Kasachstan unter Einhaltung aller EU- und US-Ausfuhrkontrollen ab.

Brandschutzanforderungen in der EAWU und Russland im Überblick

Der Brandschutznachweis bestätigt offiziell, dass Materialien, Baugruppen oder feuerwehrtechnische Ausrüstungen den gesetzlich definierten Sicherheitsnormen entsprechen und im Brandfall die Ausbreitung von Flammen, Rauch und giftigen Gasen minimieren.

Seit dem 1. Januar 2020 ist das Inverkehrbringen von Brandschutzmitteln zweistufig geregelt:

  • Aktive Brandbekämpfungs- und Rettungsmittel sowie Abschottungen unterliegen dem einheitlichen technischen Regelwerk der Eurasischen Wirtschaftsunion TR EAWU 043/2017 und tragen nach erfolgreicher Zulassung das EAC-Zeichen.
  • Passive Baumaterialien, Isolierungen, Bodenbeläge und Installationskabel verbleiben im nationalen Zuständigkeitsbereich der Mitgliedstaaten. In Russland gilt hierfür das Föderale Gesetz Nr. 123-FZ.
TR EAWU 043/2017 Brandschutz und Feuerlöschanlagen

1. EAWU-weites Regelwerk: TR EAWU 043/2017

Das technische Regelwerk TR EAWU 043/2017 setzt harmonisierte Mindestanforderungen für alle fünf Mitgliedstaaten (Russland, Belarus, Kasachstan, Armenien, Kirgisistan) fest. Die genaue Abgrenzung nach Zolltarifnummern (HS-Codes) stützt sich auf den Beschluss des Kollegiums der EAWU-Kommission Nr. 170.

Geltungsbereich von TR EAWU 043/2017:

  • Feuerlöschmittel (Löschpulver, Schaummittelzusätze, Löschgase)
  • Feuerlöscher (tragbar, fahrbar, autonom)
  • Feuerlöschschränke, Unterflur- und Überflurhydranten
  • Feuerwehrarmaturen (Verteiler, Strahlrohre, Schaumerzeuger)
  • Brandmelde- und Übertragungsanlagen sowie Zentralen
  • Warn- und Evakuierungssteuerungssysteme
  • Automatische, modulare und robotisierte Feuerlöschanlagen
  • Persönliche Schutzausrüstung für Feuerwehrleute (Atemschutz, Schutzanzüge, Helme, Stiefel, Handschuhe)
  • Rettungsausrüstung für Höhenrettung (Rettungsschläuche, Leitern, Sprungpolster)
  • Nichtmetallische Elektroinstallationsprofile (Kabelkanäle, Rohre)
  • Brandschutzabschlüsse (Brandschutztüren, Tore, Vorhänge, Klappen)
  • Kabelabschottungen und Rohrabschottungen in Brandwänden
  • Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (Entrauchungsventilatoren, Entrauchungsklappen)

Konformitätsbewertungsverfahren nach TR EAWU 043/2017:

Die Nachweisführung ist durch den Anhang des Regelwerks verbindlich vorgegeben:

  • EAC-Zertifizierung: Obligatorisch für kritische Sicherheitsbauteile, Löschanlagenkomponenten, Brandmelder, Brandschutztüren, Abschottungen und persönliche Schutzausrüstung (Verfahren 1c für Serienfertigung, 3c für Chargen, 4c für Einzelstücke). Schema 1c erfordert ein obligatorisches Produktionsaudit sowie wiederkehrende Inspektionskontrollen.
  • EAC-Deklarierung: Vorgesehen für feuerwehrtechnische Werkzeuge, Schränke, Hydranten oder gasförmige Löschmittel (Verfahren 3d für Serienfertigung, 4d für Chargen, 6d bei zertifiziertem Qualitätsmanagementsystem; Prüfungen müssen stets über ein akkreditiertes EAWU-Prüflabor erfolgen).
Recht auf Verfahrenswechsel (Punkt 109 TR EAWU 043/2017): Auf Beschluss des Antragstellers kann die Konformitätsbestätigung in Form der Deklarierung (Schemata 3d, 4d, 6d) jederzeit durch eine EAC-Zertifizierung (Schemata 1c, 3c, 4c) ersetzt werden. Dies ermöglicht es Serienherstellern, den Verwaltungsaufwand einzelner Lieferchargen zu reduzieren und ein einheitliches Serienzertifikat für bis zu 5 Jahre zu nutzen.

Spezielle Produktgruppen im Brandschutz: Technische Besonderheiten

Brandschutzbeschichtungen und Imprägnierungen

Brandschutzmittel für Holz, Stahlkonstruktionen oder Kabel (Positionen 6–8 des TR-043-Katalogs) werden niemals isoliert, sondern stets als vollständiger Schichtaufbau zertifiziert:

  • Die Schutzwirkung gilt ausschließlich in Verbindung mit der spezifizierten Grundierung, der definierten Mindest-Trockenschichtdicke (DFT) und dem freigegebenen Decklack.
  • Alterungsprüfung für Holzschutz (Punkt 22): Wird für Holzimprägnierungen eine Nutzungsdauer von mehr als 1 Jahr deklariert, schreibt das Regelwerk den experimentellen Nachweis der Beständigkeit durch beschleunigte Alterungsprüfungen vor.

Brandschutztüren, Tore und Abschottungen (E / I / S)

Für Brandschutzabschlüsse (Position 98) und Durchdringungen von Brandabschnitten (Position 99) werden die Feuerwiderstandsklassen nach EAWU-Normen experimentell ermittelt:

  • E (Integrität / Raumabschluss): Zeitraum in Minuten, in dem das Bauteil verhindert, dass Flammen oder heiße Gase auf die dem Feuer abgewandte Seite durchdringen.
  • I (Wärmedämmung): Zeitraum in Minuten, in dem der Temperaturanstieg auf der abgewandten Oberfläche innerhalb der zulässigen Grenzwerte bleibt (typischerweise maximal 140 K bis 180 K über Ausgangstemperatur).
  • S (Rauchdichtigkeit): Für rauch- und gasdichte Türen (Position 100) maßgeblicher Widerstand gegen Rauchgasdurchtritt unter Prüfdruck.

Bestehende europäische Klassifizierungsberichte nach EN 13501 (z. B. EI 30, EI 60, EI 90) können als technische Vorab-Evidenz genutzt werden, ersetzen jedoch nicht die verbindlichen Brandversuche nach den akkreditierten Prüfmethoden der EAWU.

Abgrenzung: Installationsprofile vs. Kabel vs. Kabelabschottungen

Produktart Regelwerk Nachweisform Rechtsbereich
Nichtmetallische Installationsprofile (Kabelkanäle, Schutzrohre) TR EAWU 043/2017 (Pos. 9) EAC-Zertifikat (1c, 3c, 4c) EAWU-weit gültig
Kabelabschottungen & Durchdringungen (Kombischotts, Mörtel, Manschetten) TR EAWU 043/2017 (Pos. 99) EAC-Zertifikat (1c, 3c, 4c) EAWU-weit gültig
Feuerhemmende Kabel & Leitungen (Funktionserhalt im Brandfall) 123-FZ (Art. 146) + TR ZU 004/2011 Russisches Brandschutzzertifikat + EAC National (Russland) + EAWU

2. Nationaler Brandschutznachweis in Russland (123-FZ)

Produkte mit allgemeinem Verwendungszweck fallen nicht unter TR EAWU 043/2017, sondern unter das russische Föderale Gesetz Nr. 123-FZ („Technisches Regelwerk über Brandsicherheitsanforderungen“). Die Liste der zertifizierungs- und deklarierungspflichtigen Waren wird durch die Regierungsverfügung Nr. 3646-r geregelt.

Erfasste Materialgruppen unter 123-FZ:

  • Bau-, Veredelungs- und Verkleidungsmaterialien (Wandpaneele, Deckenverkleidungen, Tapeten)
  • Wärme- und Schalldämmstoffe (Mineralwolle, expandiertes Polystyrol, PU-Schaum)
  • Bodenbeläge (Linoleum, Laminat, textile Teppichböden)
  • Dachbahnen und Abdichtungsmaterialien auf Bitumen- oder Polymerbasis
  • Kabel und Leitungen für die feste Gebäudeinstallation, sofern sie brandschutztechnische Eigenschaften erfüllen müssen (Funktionserhalt im Brandfall nach Art. 146 Abs. 7 Nr. 16)
Brandschutzzertifikat Russland

Brandschutzzertifikat (123-FZ)

Ausstellung auf offiziellem Wertpapier-Vordruck durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle. Zwingend für Baustoffe für Flucht- und Rettungswege (Art. 146 Abs. 7) sowie feuerhemmende Kabel und Dämmstoffe.

Brandschutzdeklaration Russland

Brandschutzdeklaration (123-FZ)

Registrierung der Eigenerklärung des Antragstellers im staatlichen Register (FSA / Rosakkreditierung) auf Basis von Laborprüfprotokollen für weniger kritische Oberflächenmaterialien (Art. 146 Abs. 5).

Obligatorische Pflichtangaben in der Brandschutzdeklaration (123-FZ)

Auf dem Ausdruck der registrierten Brandschutzdeklaration müssen die folgenden technischen Brandschutzkenngrößen explizit ausgewiesen sein:

  • Detaillierte Handelsbezeichnung und Anwendungsbereich des Produkts
  • Herstellerangaben und genaue Produktionsstätte
  • Brennbarkeitsgruppe (z. B. G1–G4 oder NG)
  • Entzündbarkeitsgruppe (W1–W3)
  • Rauchbildungsfähigkeit (D1–D3)
  • Toxizitätsklasse der Verbrennungsgase (T1–T4)
  • Flammenausbreitungsgruppe für Bodenbeläge (RP1–RP4)

Schemas der Brandschutzzertifizierung und -deklarierung nach 123-FZ (Art. 146)

Schema Nachweisform Prüf- und Verfahrensumfang Liefer- und Produktionsumfang
2c Brandschutzzertifikat (Art. 146 Abs. 7) Musterprüfung durch akkreditiertes Prüflabor + Werksaudit (Produktionsanalyse) Serienproduktion
3c Musterprüfung durch akkreditiertes Labor + Inspektionskontrolle (nur zulässig für zuvor bereits in Russland zertifizierte Produkte nach Fristablauf)
4c Musterprüfung durch akkreditiertes Labor + Werksaudit + wiederkehrende Inspektionskontrollen
5c Musterprüfung durch akkreditiertes Labor + Audit des Qualitätsmanagementsystems (QM) + Inspektionskontrolle
6c Prüfung von Stichprobenmustern aus einer definierten Lieferpartie im akkreditierten Prüflabor Chargenlieferung (Vertrag/Rechnung)
7c Vollständige Prüfung eines einzeln identifizierten Erzeugnisses im akkreditierten Prüflabor Einzellieferung (Einzelstück)
1d Brandschutzdeklaration (Art. 146 Abs. 5) Prüfung von Mustern durch den Hersteller (eigenes Prüflabor zulässig) Serienproduktion
2d Prüfung von Produktmustern in einem unabhängig akkreditierten Prüflabor
3d Prüfung im akkreditierten Prüflabor + Nachweis eines zertifizierten QM-Systems der Produktion
5d Prüfung einer repräsentativen Stichprobe aus der Lieferpartie im akkreditierten Prüflabor Chargenlieferung (Vertrag/Rechnung)

Klassifizierung von Baustoffen nach Brandeigenschaften (KM-Klassen)

Im Rahmen der Prüfungen nach dem Föderalen Gesetz Nr. 123-FZ werden Materialien auf fünf primäre physikalische Parameter untersucht:

  • Brennbarkeit (G1 bis G4): Einstufung von schwach brennbar (G1) bis stark brennbar (G4) bzw. nicht brennbar (NG).
  • Entflammbarkeit (W1 bis W3): Bestimmt die Zündwilligkeit unter definierter Wärmestrahlung.
  • Rauchentwicklung (D1 bis D3): Messung der optischen Dichte des Rauchs bei Verschwelung und Verbrennung.
  • Toxizität der Verbrennungsgase (T1 bis T4): Analyse schädlicher Pyrolysegase für die Gefährdung von Menschenleben.
  • Flammenausbreitung auf Oberflächen (RP1 bis RP4): Kritisch für Bodenbeläge und Dachabdichtungen.

Aus diesen Parametern wird die aggregierte Brandschutzklasse (KM0 bis KM5) ermittelt, die über die Zulässigkeit des Materials in Treppenhäusern, Fluchtfluren, Schulen oder Industriegebäuden entscheidet.

Ablauf des Verfahrens zur Brandschutzbestätigung (Schritt-für-Schritt)

Der reguläre Ablauf zur Erlangung eines Zertifikats oder einer Deklaration gliedert sich in sieben koordinierte Projektphasen:

  1. Schritt 1 – Antragstellung: Einreichung des formellen Antrags bei der akkreditierten Zertifizierungsstelle unter Nennung von Zolltarifnummer, Produktdaten und Herstellerinformationen.
  2. Schritt 2 – Dokumentenprüfung: Juristische und technische Vorprüfung des technischen Dossiers, der Sicherheitsdatenblätter und der Betriebsanleitungen.
  3. Schritt 3 – Klassifizierung und Probenahme: Verbindliche Bestimmung der Prüfgrundlage (TR EAWU 043 oder 123-FZ), Auswahl des Schemas und repräsentative Musterauswahl durch Experten.
  4. Schritt 4 – Laborprüfungen: Durchführung von Brandversuchen, Rauch- und Toxizitätsmessungen in akkreditierten Prüfeinrichtungen.
  5. Schritt 5 – Werksaudit (Produktionsanalyse): Bei Serienzertifizierungen (Schema 1c nach TR 043 bzw. 2c/4c nach 123-FZ) Begutachtung der Fertigungs- und Prüfprozesse vor Ort im Werk.
  6. Schritt 6 – Ausstellung und Registrierung: Auswertung des Prüfberichts, Beschlussfassung der Zertifizierungsstelle und offizielle Eintragung in das staatliche Register.
  7. Schritt 7 – Überwachung (Inspektionskontrolle): Durchführung der im Schema vorgeschriebenen jährlichen Nachprüfungen zur Absicherung der Serienkonformität.

Prüfverfahren und Probenahme in akkreditierten Laboren

Sowohl nach TR EAWU 043/2017 als auch nach 123-FZ sind Prüfungen von Produktmustern in unabhängig akkreditierten Prüflaboren die entscheidende Nachweisgrundlage. Werksprüfberichte ausländischer Hersteller werden von den Behörden in der Regel nicht direkt anerkannt.

Die Probenahme erfolgt nach festgelegten Methoden, und die Brandversuche zerstören die Prüfkörper vollständig. Die Resultate werden in einem offiziellen Prüfprotokoll dokumentiert, welches Identifikationsdaten, Prüfnormen, Prüfaufbau und Messkurven enthält.

Detaillierte Handlungsanweisungen zur Auswahl und zum Versand finden Sie in unserem Leitfaden zu Mustern für die EAC-Zertifizierung.

Negativbescheinigung (Letter of Exemption):
Fällt ein Produkt weder unter die EAWU-Liste des TR 043/2017 noch unter die russische Verfügung Nr. 3646-r, stellen wir eine offizielle Negativbescheinigung aus. Diese belegt gegenüber Zollbehörden und Auftraggebern rechtsverbindlich, dass keine Brandschutzpflicht besteht.

Erforderliche Dokumentation für die Antragstellung

Für die Beantragung eines Brandschutzzertifikats oder einer Deklaration sind folgende Unterlagen bei der Zertifizierungsstelle einzureichen:

  • Vollständig ausgefüllter Antrag mit Angabe der Zolltarifnummer (TN VED / HS-Code)
  • Ausführliche Produktbeschreibung, Typenliste und technisches Datenblatt (TDS)
  • Betriebsanleitung und technischer Pass in russischer Sprache
  • Konstruktionszeichnungen, Rezepturen und Materialangaben
  • Sicherheitsdatenblatt (SDS nach GOST 30333 bei chemischen Mitteln, Lacken oder Schaumzusätzen)
  • Vertrag mit dem Bevollmächtigten Vertreter
  • Bestehende europäische Prüfnachweise (z. B. nach EN 13501, EN 54, ISO-Zertifikate) als Vorab-Evidenz

Bevollmächtigter Vertreter in der EAWU

Bevollmächtigter Vertreter EAWU

Ausländische Hersteller dürfen Konformitätsbewertungsverfahren in der EAWU nicht eigenständig einleiten. Ein im EAWU-Zollgebiet ansässiges Unternehmen muss vertraglich als Bevollmächtigter Vertreter mandatiert werden.

Dieser Vertreter haftet juristisch für die Produktsicherheit gegenüber den Aufsichtsbehörden und hält die Zertifizierungsakte bereit. Schmidt & Schmidt übernimmt für Hersteller die Rolle des unabhängigen bevollmächtigten Vertreters, sodass keine Alleinvertriebsbindungen an einzelne Importeure oder Kunden entstehen.

EU- und US-Sanktions-Compliance bei Brandschutzausrüstung

Viele Brandschutzsysteme, automatisierte Sensoriken, Spezialchemikalien und Schutzkleidung unterliegen restriktiven Ausfuhrkontrollen und Sanktionen der Europäischen Union sowie der Vereinigten Staaten. Manche Komponenten fallen unter Dual-Use-Kategorien oder spezifische Industrieembargos.

Rechtssicherheit über Kasachstan: Schmidt & Schmidt betreibt eigene Standorte in Almaty und Astana. Als vollberechtigter Mitgliedstaat der EAWU stellt Kasachstan vollwertige Zertifikate nach TR EAWU 043/2017 aus, die unionsweit gültig sind. Wir prüfen Vorhaben strikt auf Sanktionsrisiken und stellen sicher, dass alle Schritte mit europäischen Compliance-Regeln übereinstimmen.

Detaillierte Informationen finden Sie in unserem Beitrag: EAC-Zertifizierung und Konformität unter internationalen Sanktionen.

Sanktions-Compliance im Brandschutzsektor

Dauer, Gültigkeit und Zustellung der Unterlagen

Die Gültigkeitsdauer eines Brandschutznachweises richtet sich nach dem gewählten Schema:

  • Serienfertigung: Gültigkeit von bis zu 5 Jahren (bei Zertifikaten inklusive jährlicher Inspektionskontrolle).
  • Chargen- oder Einzellieferung: Gültigkeit ist auf die konkrete Warenpartie (Vertrag/Rechnung) begrenzt.

Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 3 bis 8 Wochen, maßgeblich beeinflusst durch die Dauer der Brandprüfungen im Labor und den Musterversand.

Nach erfolgreichem Abschluss und behördlicher Registrierung erhalten Sie die elektronische Bestätigung vorab per E-Mail. Die Originalzertifikate auf fälschungssicherem Wertpapier werden Ihnen per Expresskurier direkt an Ihre Wunschadresse zugestellt.
aktualisiert: 4. November 2026
Zertifizierung beantragen

Was ist eine EAC-Zertifizierung?

In unserem Video erzählen wir, was eine EAC-Zertifizierung ist, wie und wo Sie Ihre Produkte für das Inverkehrbringen in die EAWU zertifizieren oder deklarieren können.

Die EAC-Zertifizierung und die EAC-Deklarierung sind komplexe Verfahren, welche die Konformität ihrer Produktion mit den geltenden technischen Regelwerken bestätigen und viel Fachwissen erfordern. Schmidt & Schmidt bietet Ihnen Unterstützung bei der Zertifizierung für den Markt der Eurasischen Wirtschaftsunion an.

EAC-Zertifizierung für die Eurasische Wirtschaftsunion ist unsere Kernkompetenz

Wer wir sind

Schmidt & Schmidt Der Export in die Eurasische Wirtschaftsunion erfordert EAC-Zertifikate und technische Konformitätsbewertungen. Seit 2011 arbeiten wir mit EAWU-Rechtsvorschriften und haben einen klaren Prozess mit verständlichen Schritten entwickelt.

Wir unterstützen Sie bei der Vorbereitung aller erforderlichen technischen Unterlagen und technischen Pässe für Ihre Produkte. Unsere Spezialisten überprüfen Ihre technischen Dateien, identifizieren Lücken und gewährleisten vollständige Einhaltung der EAWU-Rechtsvorschriften. Dies ist oft der kritischste Schritt im Zertifizierungsprozess.

Schmidt & Schmidt arbeitet direkt mit akkreditierten Zertifizierungsstellen in Kasachstan, Belarus, Armenien und Kirgisistan zusammen. Wir bedienen Hersteller von Maschinen, Industrieanlagen, Elektrogeräten und Medizintechnik. Jedes Projekt wird von einem engagierten Projektmanager betreut, der jeden Schritt auf Deutsch erklärt. Transparente Verfahren, feste Preise, schnelle Ergebnisse.

Häufig gestellte Fragen zur EAC Zertifizierung und Deklarierung

1. Was ist ein EAC Zertifikat?

Das EAC Zertifikat der Eurasischen Wirtschaftunion (EAWU) bestätigt die Konformität von Produkten mit den technischen Regelwerken (TR ZU/EAWU). Mit gültigem Zertifikat dürfen Produkte im gesamten Zollgebiet der EAWU in Verkehr gebracht und verkauft werden.

2. Was ist eine EAC Deklaration?

Die EAC Deklaration ist ein Konformitätsnachweis, der meist vom Hersteller, Importeur oder bevollmächtigten Vertreter erstellt und im einheitlichen Register eingetragen wird. Sie bestätigt die Einhaltung der Mindestanforderungen der technischen Regelwerke.

3. Worin besteht der Unterschied zwischen EAC Zertifikat und EAC Deklaration?

Das EAC Zertifikat wird nach Prüfung durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle erteilt (ggf. inkl. Prüвberichten und Inspektionskontrolle / Produktionsaudit).

Die EAC-Deklaration wird vom Antragsteller erstellt; Prüfungen können intern oder in Laboren erfolgen. Erfahren Sie mehr über den Unterschied zwischen EAC-Zertifikat und EAC-Deklaration.

4. Wie lange dauert die EAC Zertifizierung?

Die Dauer hängt von Produktgruppe, Prüfumfang und Unterlagen ab. Typisch sind einige Wochen bis mehrere Monate – insbesondere, wenn Laborprüfungen oder ein Produktionsaudit erforderlich sind. Eine zügige Vorbereitung der technischen Dokumentation verkürzt die Bearbeitungszeit.

5. Wie lange ist ein EAC Zertifikat gültig?

Die Gültigkeit richtet sich nach dem jeweiligen technischen Regelwerk und dem Zertifizierungsschema. Bei Serienlieferungen ist in der Regel eine jährliche Inspektionskontrolle vorgesehen; sie ist Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Zertifikatsgültigkeit.
Mehr erfahren
Antworten auf die meistgestellten Fragen zur EAC Zertifizierung und Deklarierung
Beratung zur EAC Zertifizierung und EAC Deklarierung

Beratung zur EAC Zertifizierung und EAC Deklarierung

Vielen Exporteuren fällt es schwer bei der großen Anzahl an technischen Vorschriften und Regulierungen den Überblick zwischen EAC-Kennzeichnung, EAC-Zertifizierung und EAC-Deklarierung, staatlicher Registrierung und GOST-Normen zu behalten. Um einen reibungslosen Eintritt in den den Markt der EAWU zu gewährleisten, bieten wir eine große Palette an Seminaren, Vorträgen, Workshops und Beratungsdienstleistungen an, die individuell an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden können.

Wir teilen dabei unter anderem fundiertes Wissen zur technischen Regulierung und dem Zertifizierungssystem der EAWU sowie den einzelnen Schritten der Konformitätsbewertung und zur Erstellung der notwendigen technischen Unterlagen.

Durch ihre langjährige Erfahrung können unsere Experten Ihnen außerdem spezifisches Branchenwissen aus dem Anlagenbau, Maschinenbau, Metallbau, der Messtechnik, Elektrotechnik, Automatisierungstechnik, Medizintechnik, Lebensmitteltechnik und der Möbelbranche zur Verfügung zu stellen.


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Erstellung technischer Unterlagen

Erstellung der technischen Unterlagen für die EAC Zertifizierung

Bei der Einführung neuer Produkte in den Eurasischen Wirtschaftsraum spielen die technischen Dokumente eine fundamentale Rolle. Sie bilden nicht nur die Grundlage für die Konformitätsbewertung, sondern sind beispielsweise auch bei der Inbetriebnahme einer neuen Maschine entscheidend. Relevant sind vor allem die folgenden Unterlagen:

Technischer Pass
Sicherheitsbetrachtung
Bedienungsanleitung
Sicherheitsdatenblatt
Prüfprotokolle
Zündgefahrenbewertung

Technisches Fachwissen, Sorgfalt und Genauigkeit bei der Erstellung der Dokumente bilden die Voraussetzung für einen problemfreien Vertrieb und Einsatz der Produkte, Maschinen oder Anlagen im Gebiet der EAWU. Die technischen Unterlagen müssen außerdem zwingend auf Russisch oder auf der Amtssprache des jeweiligen Mitgliedslandes, in dem das Produkt vertrieben oder eingesetzt werden soll, verfasst sein.

Um etwaige Probleme zu vermeiden, helfen wir Ihnen gerne bei der Erstellung neuer technischer Dokumente oder überprüfen bereits vorhandene Dokumente auf Vollständigkeit, sowie auf sprachliche und terminologische Korrektheit im Russischen.


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Musterprüfung

Prüfungen von Produktmustern für die EAC Konformitätsbewertung

Ein wichtiger Schritt im Konformitätsbewertungsverfahren ist die Prüfung von Produktmustern, bei der die Konformität der Produkte mit den jeweiligen Technischen Regelwerken der EAWU kontrolliert wird. Im Fall einer EAC-Zertifizierung darf diese nur in akkreditierten Laboren durchgeführt werden und muss speziellen Regeln folgen. Handelt es sich um eine EAC-Deklaration, können die Tests auch in nicht akkreditierten Laboren durchgeführt werden. Im Anschluss wird ein Prüfprotokoll erstellt, welches die Prüfungsergebnisse sowie Informationen über den Hersteller und die Prüfmethode enthält.

Sowohl beim Versand als auch beim Prüfungsverfahren selbst gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Da sich leider auch einige unseriöse Zertifizierungsstellen Zugang zum Markt verschafft haben, ist hier äußerste Vorsicht bei der Wahl der Zertifizierungsstelle geboten. Damit die Musterprüfungen reibungslos ablaufen können, unterstützen wir Sie bei

  • der Auswahl geeigneter Muster für die Tests,
  • der Zollabwicklung,
  • sowie der Vermittlung an vertrauenswürdige Zertifizierungsstellen und Prüflabore.
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Technische Übersetzung

Technische Übersetzung

Um Waren und Geräte nach Russland oder andere Länder der EAWU zu exportieren, müssen technische Dokumente und deren korrekte Übersetzungen ins Russische oder in die Muttersprache des EAWU Mitglieds vorgelegt werden. Für die Übersetzung solcher Dokumente muss der Übersetzer über umfassende Kenntnisse in einem bestimmten technischen Bereich sowie über Kenntnisse in hochspezialisierter Terminologie verfügen.

Unsere Spezialisten verfügen über langjährige Erfahrung in der Übersetzung solcher technischen Dokumente wie Betriebshandbücher, technische Pässe, Sicherheitsbetrachtungen, Risikobeurteilung, Gerätepässe, Prüfprotokolle usw. Die Übersetzer von Schmidt & Schmidt beherrschen Russisch, Englisch, Deutsch, Französisch und Italienisch.

Wir garantieren Ihnen eine zeitnahe, qualitativ hochwertige und genaue Übersetzung aller erforderlichen Dokumente.


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Warum Kunden uns wählen

Qualifiziertes Team von Experten und Beratern

Unsere Mitarbeiter haben langjährige Erfahrung im Bereich Export und Zertifizierung.

Zertifizierung aller Produktarten

Wir arbeiten mit Kunden aus allen Industriezweigen.

Schnelle Bearbeitung von Aufträgen

Individueller Umgang mit unseren Kunden und schnelle Bearbeitung der Anfragen zeichnen uns aus.

Fundierte Kenntnisse der technischen Regulierung

Dank unserem technischen und juristischen Know-how garantieren wir hohe Qualität der Dienstleistungen.

Kostenlose Zustellung von Unterlagen

Ihre Unterlagen werden in kürzester Zeit kostenlos zugestellt.

Zugang zu fünf Märkten gleichzeitig

Das EAC-Zertifikat gilt in allen fünf EAWU-Staaten: Russland, Kasachstan, Belarus, Armenien und Kirgisistan.

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Aktuelles zur EAC-Zertifizierung

Wichtige Änderungen im TR ZU 032/2013 Über die Sicherheit von Druckgeräten

Wichtige Änderungen im TR ZU 032/2013 Über die Sicherheit von Druckgeräten

Am 22. Mai 2026 wurde die Verfügung des Kollegiums der Eurasischen Wirtschaftskommission (EAWK) Nr. 71 vom 19. Mai 2026 offiziell veröffentlicht und trat in Kraft. Mit dieser Verfügung wurde der Entwurf von Änderungen zum Technischen Regelwerk der Zollunion TR ZU 032/2013 „Über die Sicherheit von Druckgeräten“ gebilligt.

Marina Weger
26. Mai 2026
Technisches Regelwerk für Maschinen und Anlagen tritt in neuer Fassung ab dem 1. September 2026 in Kraft

Technisches Regelwerk für Maschinen und Anlagen tritt in neuer Fassung ab dem 1. September 2026 in Kraft

Am 8. April 2026 wurde der Beschluss des Rates der Eurasischen Wirtschaftskommission (EAWK) Nr. 36 vom 13. März 2026 offiziell veröffentlicht. Dieser bringt wesentliche Änderungen am Technischen Regelwerk der Zollunion „Über die Sicherheit von Maschinen und Anlagen“ (TR ZU 010/2011) mit sich.

Marina Weger
20. April 2026
Änderungen am Technischen Regelwerk „Über die Sicherheit persönlicher Schutzausrüstung“

Änderungen am Technischen Regelwerk „Über die Sicherheit persönlicher Schutzausrüstung“

Der Rat der Eurasischen Wirtschaftskommission hat Änderungen am Technischen Regelwerk der Zollunion „Über die Sicherheit persönlicher Schutzausrüstung“ vorgenommen.

Die Änderungen berücksichtigen die praktische Anwendung des Regelwerks und sehen die Aufnahme neuer Produkte (einschließlich entsprechender Anforderungen), die Präzisierung bestehender Anforderungen an die Regelungsobjekte sowie eine Anpassung des Begriffsapparats und der typischen Konformitätsbewertungsverfahren vor.

Marina Weger
30. März 2026
Graue Zertifikate aus Kirgisistan: Marktbereinigung hat begonnen

Graue EAC-Zertifikate aus Kirgisistan: Marktbereinigung hat begonnen

Die Zertifizierungsbehörden in der Eurasischen Union haben begonnen, den Markt der EAC-Zertifizierung aufzuräumen, indem sie die EAC Zertifikate annulliert haben, die mit Verstößen ausgestellt wurden. Es geht um Dokumente, die von Zertifizierungsstellen ausgestellt wurden, die systematisch die gesetzlichen Anforderungen des technischen Regelwerke ignorierten und Zertifikate ohne Durchführung echter Prüfungen ausgestellt haben.

Marina Weger
20. Februar 2026

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